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Jugend-Musik-Preis 2003/4 |
| "Solo - aber nicht alleine", |
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so lautete das Motto eines Unterrichtprojektes, zu dem sich 2003
Klavierlehrerinnen und Klavierlehrer unsere Musikschule zusammengefunden haben. Es geht um den
Versuch, die Vorbereitung unserer einzelnen Schüler auf den diesjährigen "Jugendmusikpreis"
aus dem typischen Einzelunterricht herauszuholen und sich zu einer gemeinsamen Arbeit des
Klavierkollegiums entwickeln zu lassen.
Der "Jugendmusikpreis" wird von der Volksbank Rheda-Wiedenbrück in Zusammenarbeit mit der Flora-Westfalica sowie der Volkshochschule Reckenberg-Ems veranstaltet, in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal. Er stellt für uns Musikschullehrer eine willkommene Ergänzung bzw. Alternative zu "Jugend musiziert" dar: so diente der immer im November ausgerichtete kleine Wettbewerb in den vergangenen Jahren dem einen oder anderen Schüler als gute Vorbereitung für den dann zwei Monate später stattfindenden Regionalwettbewerb; viel wichtiger aber ist die deutlich hervorgehobene Absicht des Veranstalters, Kinder und Jugendliche einzuladen, für die "Jugend musiziert" eine Schuhnummer zu groß ist. Um diesen Wunsch zu unterstreichen, sind erste Preisträger früherer JM-Wettbewerbe auch ausdrücklich von der Teilnahme ausgeschlossen. "Solo - aber nicht alleine" unternimmt den Versuch, die Wettbewerbsvorbereitung der einzelnen Klavierschüler musikschulöffentlich zu gestalten: Erfahrungen eines Klavierkollegen z.B. bezüglich der Repertoireauswahl, der Programmgestaltung oder der Motivation von Schülern über einen längeren Zeitraum sollen untereinander ausgetauscht werden und auf diese Weise einem möglichst großen Kreis von Schülern als Hilfestellung dienen. Das Musikschulprojekt startet im Februar dieses Jahres, neun Monate vor dem Wettbewerbstermin: in einem Schreiben an die Musikschulkollegen im Fach Klavier wird betont, dass der Wettbewerb im November zwar das Fernziel des Projektes ist, gleichzeitig aber einem möglichst großen Kreis unserer Klavierschüler als Anlass dienen soll, überhaupt einmal zu versuchen, mit dem Lehrer ein geeignetes Programm zusammenzustellen und dieses über einen längeren Zeitraum intensiv zu erarbeiten, es anderen Klavierschülern vorzustellen und in unterschiedlichen Musikschulvorspielen zu erproben. So nimmt sich sogar eine Schülerin, die nach den Sommerferien aus Gütersloh wegziehen wird, trotzdem ein kleines Programm vor. Es gilt vor allem, die Meßlatte erheblich zu senken: nicht die typischen Jugend musiziert-Schüler sind gefragt, sondern die wirkliche Breite der Musikschul-Klavierklassen. "Solo - aber nicht alleine" richtet sich aber auch an die Bereitschaft der Klavierkollegen, zusammenzuarbeiten, den eigenen Unterricht beobachten zu lassen, Erfahrungen weiterzugeben, Literaturentdeckungen anderen zugänglich zu machen. Die Resonanz: sechs Kollegen unserer Schule wollen sich an dem Projekt beteiligen und melden rund 30 Schüler an. Bei einer großen Anzahl von Kollegen mit einem sehr kleinen Stundenkontingent ist das eine bemerkenswerte Beteiligung. In einer Literaturkonferenz Anfang April - die Vorbereitung der eigenen Schüler hat bereits begonnen- besprechen wir Möglichkeiten, geeignete Programme zusammenzustellen: besondere Entdeckungen und Vorlieben werden vorgestellt -"warum nicht mal Telemann statt Bach?", Erfahrungen mit Sammelbänden werden ausgetauscht: Es werden aber auch Fragen nach dem Schwierigkeitsgrad von Stücken erörtert, die unterschiedlichen Zeitpunkte, Programme estzulegen angesprochen: so können bei kleinen Schülern bei zu langer Arbeit an den gleichen Stücken Ermüdungserscheinungen auftreten, bei älteren Schülern rennt Einem dagegen plötzlich die Zeit fort! Ebenfalls zu dem Gespräch gehören Übersetzungshilfen der Wettbewerbsbedingungen: wie kann ein siebenjähriger Schüler eine Vorspielzeit von fünf bis acht Minuten erreichen, soll aber nur ein Stück anmelden. Hier ist große Flexibilität bei der Auslegung gefragt, und erfahrenere Kollegen können jüngeren all zu große Bedenken ausreden. Die Listen der teilnehmenden Schülern eines Lehrers einschließlich der voraussichtlichen Programme werden kopiert, so dass allen Kollegen nun die Schülernamen, vor allem aber die umfangreiche Literaturliste zur Verfügung steht. Im Juni werden die teilnehmenden Schüler in einem gemeinsamen Anschreiben zu einem Workshop eingeladen: wir wollen uns gegenseitig beim Unterrichten zuhören. Für den Ablauf des Tages planen wir, dass die Schüler ihren Mitstreitern und den zuhörenden Lehrern nur Ausschnitte aus ihrem Programm vorstellen sollen. Es geht nicht um ein bereits perfektes Vorspiel, sondern ähnelt viel mehr einem öffentlichen Unterricht, in dem der Schüler ausschließlich von seinem eigenen Lehrer betreut wird. Die Hervorhebung, dass die gespielten Stücke noch nicht fertig sein sollen/müssen, war nötig, um erneut die Messlatte in unseren Lehrerköpfen zu senken: wir wollen ja gerade nicht abwarten, bis die Ergebnisse unserer Arbeit vorspielreif und damit vorzeigewürdig sind, sondern dieses frühe, besonders aufschlussreiche Arbeitsstadium nach außen öffnen. Besonders hervorgehoben wird noch einmal, dass es für alle zunächst um das Mitmachen geht: jeder Klavierschüler, der sich an unserem Projekt beteiligt, hat bereits eine Menge Mut bewiesen. Die Schüler werden in zwei Gruppen eingeteilt, wir beginnen am Vormittag mit zwölf Mädchen und Jungen im Alter zwischen sieben und zehn Jahren. Die Kinder kommen aus sechs verschiedenen Klavierklassen und wohnen verstreut im gesamten Kreisgebiet Güterslohs. Einigen sind daher auch die Räumlichkeiten unserer Musikschule fremd, so dass die Stimmung morgens um zehn Uhr noch recht unsicher und abwartend ist. Um jeder Sorge vor einem Vorspielcharakter gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, sitzen wir für ein Kennenlernspiel zunächst in einem großen Kreis, nur im Hintergrund der bereits geöffnete Flügel unserer Musikschule. Zweieinhalb Stunden stehen uns zur Verfügung, die wir mit zwei kleinen Trinkpausen tatsächlich intensiv und hochkonzentriert nutzen. Im gut fünf bis zehn minütigen Wechsel stellen uns die Kinder Ausschnitte aus ihren Programmen vor, gleichzeitig erleben wir unsere Kollegen in ihrer Alltagsarbeit, dem Unterrichten. Nach einer ausgiebigen Mittagspause treffen wir uns diesmal mit fünf Schülerinnen im Alter von 13-15 Jahren. Die Gelöstheit von uns Lehrern nach dem sehr harmonisch verlaufenden Vormittag überträgt sich schnell auf die Mädchen, ein kleines Namensspiel erlauben wir uns aber auch in dieser Altersstufe. Die Unterrichtssequenzen sind nun deutlich länger; Noten der gespielten Stücke werden unter den Zuhörenden verteilt, so dass eine intensive Arbeitsatmosphäre entsteht: detaillierter Unterricht an kleinen Ausschnitten bis hin zu Fingersätzen: "wer hat ´mal einen Bleistift!" Ende Juli treffen wir Lehrer uns zu einer letzten Konferenz vor der Sommerpause: hier wird der Zeitplan unseres Projektes für den Herbst festgelegt: durch die späten Sommerferien sowie zwei weiteren Wochen Herbstferien schrumpft die verbleibende Zeit auf gerade einmal sechs Wochen zusammen. Wir planen einen weiteren Workshop im Oktober sowie zwei Musikschulvorspielabende. Zusätzlich wird festgelegt, dass für alle teilnehmenden Schüler unser Musikschulprojekt "Solo - aber nicht alleine" mit einem Vorspiel enden wird; auf diese Weise soll unsere Arbeitsphase auch für die Kinder und Jugendliche, die nicht zum Wettbewerb fahren, einen richtigen Abschluss finden. Peter Kreutz
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| Ergebnisliste hier als pdf-Datei |