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Presseberichte 2002 - 2004 |
| Die NEUE WESTFÄLISCHE am am 16.03.04 |
| Rollentausch der Musikpädagogen |
| Konzert der Streicherlehrkräfte - VON CONSTANZE NATOSEVIC |
Gütersloh. Streicherklang in reizvoller Vielfalt war am Samstag im Haus der Kreismusikschule zu erleben. "Saitenweise Italienisches" hatten die Streicherlehrkräfte zusammengestellt und luden ein zu einem Konzert, in dem sich das Kollegium einmal nicht als Pädagogen, sondern als Instrumentalisten und Interpreten zeigten. Nicht allein die italienische Herkunft der Komponisten bestimmte die Programmauswahl, auch der Stil der Werke war ausschlaggebend. Und so eröffneten die Musikerinnen und Musiker ihr Konzert mit einer Komposition des niederländischen Grafen van Wassenaer. Seine "Sei Concerti Armonici" waren lange Zeit italienischen Komponisten zugeschrieben worden, bis durch einen Zufall der eigentliche Urheber bekannt wurde. Unter dem Dirigat von Musikschulleiter Michael Corßen stimmten die rund fünfzehn Streicher das Publikum ein mit dem Concerto No. 4, das mit abwechslungsreichen Sätzen einen weiten Stimmungsbogen spannte von zarter Melancholie bis zum frischen Marcia-Charakter. Filigrane Leichtigkeit prägte das Konzert für vier Violinen von Georg Philipp Telemann. Der Zusammenklang von vier Instrumenten in gleicher Stimmlage machte den besonderen Reiz dieser eleganten und zugleich beschwingten Barock-Komposition aus. Von der Epoche des Barock ging es dann direkt in die Zeit der Spätromantik mit dem Streichquartettsatz "Crisantemi" von Giacomo Puccini. Schwelgende Cantilenen, ausgedehnte Chromatik und vielschichtige Harmonik machten eben das aus, was Michael Corßen, der auch als Moderator durch das Programm führte, als "Romantik der unverschämtesten Art" charakterisierte. Auch wenn Giuseppe Verdi neben seinen zahlreichen Opern nur ein einziges Streichquartett komponierte, so war die Gattung dennoch von immenser Bedeutung für ihn. Häufig nahm er sich die Quartette der Wiener Klassiker vor, die immer griffbereit in seinem Regal standen. "Ob mein Quartett schön oder hässlich ist, weiß ich nicht. . . aber ich weiß, dass es ein Quartett ist", schrieb Verdi über sein Quartett in e-Moll. Das Kollegium der Musikschule hatte sich hier ein großes und äußerst schwieriges Werk vorgenommen, das auf der Ebene von Technik und Ausdruck viel abverlangte. Die vier Musikerinnen und Musiker zeigten hier ihr Können in diesem vielfarbig changierenden Viersätzer, in dem tänzerisch leichte Passagen abrupt wechselten mit expressiver Wehmut, spannungsgeladene harmonische Dichte mit tarantellaähnlichen Rhythmen, abgeschlossen von einer fast mathematisch durchexerzierten Fuge im letzten Satz. Die Sinfonie C-Dur setzte dann einen trefflichen Schlusspunkt unter ein ansprechendes Programm, das mit seinen facettenreichen Klangbildern zu gefallen wusste. |
| Die Glocke am 15.10.03 |
| Musikalische Lehren von den Fachkräften |
Schloß Holte-Stukenbrock (al). Zum dritten Mal in Folge haben sich Lehrkräfte der
Kreismusikschule Gütersloh am Sonntag Vormittag in einer Matinee im Forum der Realschule
vorgestellt. Zweigstellenleiter Thorsten Wieking begrüßte dazu zahlreiche kleine und große
Gäste und bedankte sich beim Kulturkreis für die Unterstützung. Vielleicht der Beginn einer
fruchtbaren Zusammenarbeit? Diesmal waren es vorwiegend Streichinstrumente, die vorgestellt wurden und das gleich mit einem so anspruchsvollen und umfangreichen Werk wie Mozarts Klavierquartett Nr. l g-Moll, das von Juan-Bautista Saens (Klavier), Gregor van den Boom (Violine), Gesine Blomberg-Laurenz (Viola) und Ernst Westermann (Violoncello) überzeugend und musizierfreudig geboten wurde. Pia Krussig, Viola und D.-B. Raffel-Westermann waren bei der folgenden Interpretation einer Serenade in der seltenen Besetzung für zwei Violen und zwei Celli von Franz Lachner dabei, einem von drei komponierenden Brüdern, die sie in fein abgestimmter Korrespondenz mit bemerkenswerter tonlicher Intensität musizierten. Anspruchsvolle Kost hatten sich van den Boom und Krussig ausgewählt mit der zweistimmigen Passacaglia für Violine und Viola über ein Thema von Händel .des norwegischen Violinvirtuosen Johan Halvorsen, die hohe technische Anforderungen an die Interpreten stellte. Pepp ins Spiel brachte der unkonventionelle Gitarrenlehrer Dirk Bischof mit zwei eigenen Songs. Ein vielseitiges Spektrum also, für das es viel Beifall gab |
| WESTFALENBLATT am 14.10.03: |
| Klassisches und Modernes |
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Matinee der Musiklehrer mit Streicher-Schwerpunkt
Schloß Holte-Stukenbrock (kh). "Sonst müssen unsere Schüler bei den Vorspielen ihr Können
beweisen, heute zeigen einmal die Lehrer, was sie können", lachte Musiklehrer Juan-Bautista
Saenz von der Kreismusikschule Gütersloh, Zweigstelle Schloß Holte-Stukenbrock. Bereits zum
dritten Mal stellten sich die Musiklehrer der Zweigstelle mit einem Konzert im Forum der
Realschule vor. Auf dem Programm des rund einstündigen Matinee-Konzertes standen ein Klavierquartett von Wolfgang Amadeus Mozart, eine Serenade (Streichquartett) von Franz Lachner sowie eine Passacaglia über ein Thema von Georg Friedrich Händel. Zwei Eigenkompositionen waren von Dirk Bischof zu hören, der alleine mit der Gitarre auftrat und die Songs "Look At Me" und "Take Me Back To Paradise" präsentierte. "Nach den klassischen Stücken haben wir damit einen Abschluss mit modernen Anschlägen", meinte Saenz. Zweigstellenleiter Thorsten Wieking begrüßte die rund 50 Zuhörer und dankte insbesondere dem Kulturverein, mit dem die Musikschule zum ersten Mal zusammenarbeitete, für die Unterstützung bei der Werbung für das Konzert. Das Programm sei in diesem Jahr sehr auf Streicher fixiert, nächstes Jahr wären mit Sicherheit wieder Bläser dabei. Neben Dirk Bischof gestalteten Gregor van den Boom (Violine), Gesine Blomberg-Laurenz (Viola), Ernst Westermann (Violoncello), Juan-Bautista Saenz (Klavier), Barbara Raffel-Westermann (Violoncello) und Pia Krussig (Viola) das Programm. ![]() Musiklehrer Pia Krussig, Georg van den Boom, Juan-Bautista Saenz, Gesine Blomberg-Laurenz und Ernst Westermann (von links) unterhielten die Zuhörer mit Stücken für Klavier und Streichinstrumente. Foto: Karen Hillmann |
| Die Glocke am 2.7.03 (leicht gekürzt) und Neue Westfälische am 9.7.03 |
| Tolles Debüt des Trios |
| "Amesis" möchte man gern wiederhören - VON MATTHIAS GANS |
Rheda-Wiedenbrück. Die Aufgaben im Hause Schumann waren klar verteilt.
Er komponierte, war genial schöpferisch. Sie bewahrte ihn vor den Malaisen des Alltags, hielt ihn im
Zustand der Inspiration - und war dabei nicht nur die bedeutendste Pianistin des 19. Jahrhunderts
sondern auch noch achtfache Mutter. Komponieren konnte Clara nur im Wochenbett, bestenfalls im
Urlaub. Dort entstand auch das Trio op.17. Eine Hausfrauenarbeit?
Nein, ein Meisterwerk, wie Cellist und Leiter der Kreismusikschule, Michael Corßen, befindet. Er gab seiner Einschätzung mit seinen Kolleginnen Katja Ziegenhain am Klavier und der Geigerin Sonja Matakas begeisternden Nachdruck. Zwar hatte das weltberühmte Abegg-Trio Clara Schumanns Hauptwerk in Rheda-Wiedenbrück schon einmal gespielt, dort aber außer den Eindruck gut geölten, feinmechanischen Spiels keinen nachhaltigen Eindruck von diesem Stück hinterlassen. Beim erst vor wenigen Wochen gegründeten "Amesis-Trio" hingegen begann diese zarte, zuweilen fast scheue Musik profilierte Eigenständigkeit zu gewinnen. Es war für jeden Zuhörer im Saal spürbar, dass den Ausführenden diese Musik eine Herzensangelegenheit war, und sie ihrer Vermittlung deshalb höchste gestalterische Sorgfalt angedeihen ließen. Der Sprung zu Beethovens grimmig-sprödem Humor, wie er sich in der musikalisch ironischen Maskerade der Variationen über das Lied „Ich bin der Schneider Kakadu" präsentiert, war enorm. Doch es war eine Lust zu hören, wie die Musiker den beethovenschen Irreführungen und Irritationen um ein vergleichsweise banales Thema nachwandelten. Als „Mozart des 19, Jahrhunderts" bezeichnete Schumann - diesmal indes Robert - Felix Mendelssohn-Bartholdy, als er dessen Trio in d-Moll erstmals gehört hatte. Gleichwohl ist in diesem Stück jegliche rokokohafte Verspieltheit einer konzertant-virtuosen Bravour gewichen, die enorme Anforderungen an die Interpreten stellt. Doch wie Michael Corßen das wunderbare Hauptthema des Kopfsatzes im Cello vorstellte und Sonja Matakas in der Reprise ihre Eigenständigkeit behauptete war beeindruckend. Wie überhaupt die Musiker miteinander agierten, ohne dass technische Probleme den musikalisch Fluss gehemmt hätten, war wunderbar und nicht zuletzt einer Pianistin zu verdanken, die wie Katja Ziegenhain dem in fortwährendem Glanz sich produzierenden Klaviersatz bravouröse Gestalt verlieh. Riesenbeifall fürs tolle Trio-Debüt, und der sich langsam festbohrende Gedanke beim beglückten Zuhörer, den Saal des Stadthauses regelmäßig für Kammermusik genutzt zu sehen. Gern auch wieder mit dem "Amesis-Trio". Im Rheda-Wiedenbrücker Stadthaus stellte sich erstmals das neu gegründete Amesis-Trio vor. Bild: Gans |
| Die Glocke am 12.3.03: |
| Vielfalt der Streicherensembles |
Gütersloh
(ks). Not macht bekanntlich erfinderisch. Deshalb setzt die Kreismusikschule, die in den vergangenen
Monaten erhebliche Kürzungen von Stadt und Kreis zu verkraften hatte, auf neue engagierte Aktionen.
Statt wie sonst üblich stellten sich an diesem Wochenende allerdings nicht die Schüler ins Rampenlicht,
sondern es waren erstmals ausschließlich Streicherlehrkräfte zu hören. In zwei Konzerten -in der
Kreismusikschule selbst und im Rietberger Progymnasium - zeigten die Musiker, welch vielfältiges
Ensemblespiel in diesem Bereich möglich ist. Bei freiem Eintritt nutzten viele Interessenten die
Gelegenheit, sich davon zu überzeugen. Mit großer Leidenschaft und minutiösem Fingerspitzengefühl verzauberten die Lehrer und Lehrerinnen ihre Zuhörer mit Stücken von Louis Caix d'Hervelois, Gustav Uwe Jenner, dem einzigen und talentiertesten Schüler von Johannes Brahms, sowie mit einer Serenade für zwei Violen und zwei Violoncelli von Franz Lachner. Kleine Anmerkung am Rande: Mit Lachners Urenkelin spielt eine der Lehrerinnen des Kollegiums regelmäßig Violoncello. Das Programm hielt durch die ungewöhnlichen Besetzungen manch musikalische Überraschung parat. Zum Abschluss ließen die Musiker Felix Mendelssohn-Bartholdys berühmte Streichersinfonie Nr. 10 in h-Moll erklingen. Die spürbare Harmonie und die offensichtliche Vertrautheit im Gehör auf und für das Spiel des anderen überzeugte. Das Kollegium hofft, diese Art von Kammerkonzerten etablieren zu können. |
| Die Glocke am 12.11.02: |
| Störanfällige Nostalgie der 50er Jahre |
Gütersloh (mbe). Ganz ungezwungen sollte es bei der Jazz-Matinee in der Kreismusikschule zugehen.
Man saß an Tischen, konnte etwas trinken, entspannt zuhören - wie man das aus den legendären Jazzkellern
eben kennt. Dass indes zeitgleich die Ausstellung von Regina Tieskötter eröffnet wurde, brachte
unerwünschte Ablenkung. Schade, so waren die einführenden Berichte Kurt Studentoths über den deutschen
Jazz Her 50er und 60er Jahre kaum zu verstehen. Außer Studenroth und seinem Tenorsaxophon waren diesmal die schon von früheren Jazz-Matineen her bekannten Anatole Gomersall, Altsaxophon, sowie Joachim Fitzon, Bass, und Jürgen Steinberg, Drums, dabei. Unterstützt wurden sie von Renate Thalmeier (Musikstudentin), Trompeter Willi Budde und Pianist Hans Hermann Rösch. Im Mittelpunkt stand der deutsche Jazz nach Kriegsende. Impulse habe er von den damaligen Rundfunkorchestern erhalten, die jedoch in der ersten Zeit ohne Konzept und im Schatten der Unterhaltungsmusik unbekümmert mit den Stilen umgegangen seien, erklärte Studenroth. Er erinnerte an Namen wie Michael Jary, Willi Berking oder auch Kurt Edelhagen, der beim Bayrischen Rundfunk begann und später mit dem WDR-Tanzorchester Köln entscheidenden Einfluss auf den deutschen Jazz nahm. 120 Minuten konnte man in den Toptiteln jener Jahre schwelgen. "Swing Metropol" war zu hören, ein Titel von Hans Ackermann, oder "Trumpet Punse" von Horst Fischer, und "Cool and Crazy", ein Stuck von Erwin Lehn. Da hätte schon die urige Stimmung der frühen Jazzkeller aufkommen können - wären eben nicht etliche der Gäste hin und her laufende Ausstellungsbesucher gewesen. So mussten sich die Fans arg konzentrieren. Sie hoffen nun auf die nächste Jazz-Matinee, dann hoffentlich ohne Vernissage. Einen Hauch Nostalgie vermittelte Kurt Studenroth mit dem Metropol-Orchester bei der Jazz-Matinee |
| WESTFALENBLATT am 4.11.02: |
| Lehrer begeistern mit "Klassik vom Feinsten" |
| Reichlich Applaus bei zweiter Herbstmatinee der Kreismusikschule Gütersloh |
Schloß Holte-Stukenbrock (mcs). Eine Stunde "Klassik vom Feinsten" erlebten gestern 40 Besucher bei der zweiten Herbstmatinee der Kreismusikschule Gütersloh in der Aula der Realschule. In kleinen Kammermusik-Besetzungen setzten
sich sechs Musiklehrer der Zweigstelle Schloß Holte-Stukenbrock eindrucksvoll in Szene. Die Profis zeigten ihren versammelten Schülern, wie man Lampenfieber sicher in den Griff bekommt und musizierten Werke von Galliard, Schumann und Reineke.
Den Anfang machten Thorsten Wieking (Posaune) und Juan-Bautista Saenz (Klavier) mit der "Sonate Nr. 6" von Johann Ernst Galliard. Bei virtuos perlenden Sechzehntel-Passagen arbeitete das Duo den festlichen Charakter des klangschönen Barockwerkes gekonnt heraus. Die strahlende Posaune und das dezente Klavierfundament ergänzten sich zu einem harmonischen Ganzen. Mit drei Fantasiestücken von Robert Schumann (Opus 73) eroberten Michael Corßen (Violoncello) und Katja Ziegenhain (Klavier) die Herzen der Zuhörer. Ob mit dem lieblich-sanften "Zart und mit Ausdruck" oder dem temperamentvoll-impulsiven "Rasch und mit Feuer" - die beiden meisterlichen Interpreten breiteten eine reichhaltige Emotionspalette vor den Gästen aus. Diesen war es eine Wonne, den sehr emotionalen, aber dennoch unbeschwert verspielten Vortrag zu verfolgen. Abschließend intonierten Vincent und Marion Levesque sowie Katja Ziegenhain das "Trio für Horn, Klarinette und Klavier, Opus 274" von Carl Reineke. Souverän meisterten sie das viersätzige 30-Minuten-Stück. Sicher stellten sie die dichte Struktur der eng miteinander verzahnten Einzelstimmen heraus. Extrovertiert entfesselten sie einen tosenden Klangsturm. Erzeugte Spannungen entluden sich in ekstatischen Ausbrüchen. Voller Leidenschaft gelang es den Klangpoeten - allen voran der Pianistin - auch aus dem bereits rauschenden Forte immer wieder neue Höhepunkte herauszuarbeiten. Die begeisterten Zuhörer dankten allen Interpreten mit reichlich Applaus für ein hervorragendes Programm auf durchweg hohem künstlerisch Niveau. Die Nachwuchs-Musiker im Publikum blickten nach dem Konzert ein wenig neidisch auf die Bühne. Sicherlich wird noch die eine oder andere Unterrichtsstunde vergehen, bis auch sie eines Tages, einen ähnlich niveauvollen Vortrag öffentlich präsentieren. ![]() Präsentierten 40 begeisterten Zuhörern eine niveauvolle Klassik-Matinee (von links): Katja Ziegenhain, Juan-Bautista Saenz, Marion und Vincent Levesque, Thorsten Wieking und Michael Corßen. Foto: Malte Samtenschnieder |
| Die NEUE WESTFÄLISCHE am 17.07.02: |
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Gesprächskonzert: Hans Hermann Rösch (Klavier), Ulli Schulz (Trompete), Jürgen Steinberg (Schlagzeug), Joachim Fitzon (Bass) und Kurt Studenroth (Saxophon) jazzten in der Kreismusikschule |
| Einblick in die Bebop-Werkstatt |
| Matinee beleuchtete weitere "Station des Jazz" |
Gütersloh (tom). Der Bebop ist ein weites Feld. Daher
verwundert es kaum, dass Kurt Studenroth und sein Kreismusikschul-Jazz-Quintett beim Streifzug durch
die Jazzgeschichte ein weiteres Konzert lang bei diesem ergiebigen Kapitel verweilten.
Trotz heftigen Regens war der Kammermusiksaal am Sonntag gut mit interessierten Zuhörern gefüllt, die anhand der kundigen Einfuhrungen und sich anschließender Live-Musikbeispiele tiefer in die swingende Materie eindringen wollten. Zu Beginn gewährte Kurt Studenroth Einblicke in die kompositorische Arbeitsweise der Bebopper. Sie übernahmen oft das harmonische Gerüst bekannter Broad-way-Songs, drehten an der Temposchraube, versahen die Akkordfolgen mit neuen Melodien und improvisierten darüber mit bis dato nicht gekannter Virtuosität. Dass dieses Verfahren selbst vertraute Songs wie "What Is This Thing Called Love" so verwandelte, dass man sie kaum wieder erkannte, führten Ulli Schulz (Trompete), Kurt Studenroth (Tenorsaxophon), Hans Hermann Rösch (Klavier), Joachim Fitzon (Bass) und Jürgen Steinberg (Schlagzeug) mit einer mitreißenden Version von "Hot House" vor, Tadd Damerons Bearbeitung des Cole-Porter-Klassikers. |
| Die Glocke am 17.07.02: |
| Stationen des Jazz: Bebop pur und hautnah |
| Matinee in der Kreismusikschule |
Gütersloh (mbe). War das tatsächlich "nur" eine Jazz-Matinee
in der Kreismusikschule? Dieser kultivierte Klang, wie man ihn noch aus Konzerten in den 60ern mit den
ganz Großen der Szene wie Thelonius Monk oder Horace Silver kennt, war zu schön, um wahr zu sein.
Und doch, es war Jazz, pur und hautnah.
"Bebop II" lautete das Thema des zweiten Gesprächskonzerts aus der Reihe "Stationen des Jazz" unter der Federführung von Kurt Studenroth, Saxophonist und Leiter der Bigband der Kreismusikschule. Gemeinsam mit seinen Kollegen Hans -Hermann Rösch (Piano) und Joachim Fitzon (Bass) sowie den Gästen Uli Schulz (Trompete) und Jürgen Steinberg (Drums) stellte er repräsentative Beispiele aus jener in den 40er Jahren sich neu entwickelnden Musikform, des Bebops vor. Keine Frage, die Klassiker des Jazz sind zeitlos. Keine noch so flippigen Trends vermögen ihre Faszination zu schmälern, vorausgesetzt die Titel werden in einer Weise präsentiert, wie die Combo um Kurt Studenroth es vermochte. Für Laien gab es vorab anschauliche Erläuterungen: Um 1940 hatten die populären Swingbands in den USA ihre große Zeit, ihre Interpreten waren vorrangig farbige Musiker. Sie fühlten sich in ihren Ausdrucksmöglichkeiten eingeengt und fanden sich zu Jam Sessions zusammen, um ihr solistisches Können nach Herzenslust umzusetzen. Bekannte Themen wurden immer komplexer variiert, die Solisten überboten sich wie in einem Wettkampf mit immer schnellerer, höherer und artistischerer Spielweise. Neben der Bearbeitung alter Themen schufen die Insider ihre eigenen Werke. Namen wie Charlie Parker, Dizzy Gillespie und Thelonius Monk stehen für diesen revolutionären Stil des Jazz, den Bebop, der mit einem ersten Konzert von Dizzy Gillespie 1948 in Paris einen sensationellen Erfolg erlebte. Kurt Studenroth ließ zum besseren Verständnis Joachim Fitzon den "Walking Bass" demonstrieren, ein wichtiger Bestandteil des Bebop, der dem Schlagzeug mehr Freiheit einräumt. Eine ähnliche Veränderung erfuhr auch die Spielweise der linken Hand des Pianisten, Hans-Hermann Rösch setzte die Theorie in die Praxis um. Die Jazz-Matinee war, obwohl als Gesprächskonzert angekündigt, nur zu einem geringen Teil theoretischen Betrachtungen gewidmet. Zum Ergötzen der Fans gehörte sie überwiegend einer überaus lebendigen Musik. Der Bruch mit dem traditionellen Swing hätte kaum deutlicher ans Ohr dringen können, als mit fetzigen Titeln wie "Hot House" oder "What is this thing called love" von Cole Porter, "Grooving high" von Dizzy Gillespie oder dem Charlie-Parker-Klassiker "Relaxing at Camarillo". Jazz-Fans, bitte vormerken: Am 29. September kommt die nächste Jazz-Station. |
Die Glocke am 16.07.02: |
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Maximilian, Erbprinz zu Bentheim-Tecklenburg, begrüßte zusammen mit Dr. Silvana Kreyer die Gäste aus den Kreisen Gütersloh und Valmiera zum Konzert des Gütersloher Bläserquintetts auf Schloss Rheda. Bild: Berg |
| Fürstliches Spiel und Ambiente |
| Konzert auf Schloss Rheda |
Rheda-Wiedenbrück (mbe). So ähnlich mag es sich in
vergangenen Jahrhunderten zugetragen haben, wenn Tondichter ihre Werke zu Ehren fürstlicher Dienstherrn
und deren hochherrschaftlicher Gäste vortrugen. Am Sonntag spielte unter den alten Eichen und Kastanien
von Schloss Rheda das Blechbläserkollegium Eckhard Vinckes auf.
Eingeladen von Maximilian, Erbprinz zu Bentheim Tecklenburg, wurde damit der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen den Kreisen Gütersloh und Valmiera in der Orangerie von Schloss Rheda vor zehn Jahren Rechnung getragen. Das Konzert im Vorhof des Schlosses setzte den zahlreichen Festlichkeiten einen krönenden kulturellen Abschlusspunkt. Groß war die Zahl der Gäste aus Valmiera, die sich sichtlich beeindruckt zeigten von der niveauvollen Veranstaltung auf fürstlichem Grund. Der leichte Nieselregen wurde dabei gern in Kauf genommen. Die musikalische Darbietung, mit ihrem Programm vortrefflich abgestimmt auf die außergewöhnliche Atmosphäre, erinnerte unweigerlich an Johann Sebastian Bachs Wirken am Hof zu Köthen. Aus seinem unerschöpflichen Werkkanon kam der Contrapunctus I aus "Kunst der Fuge" zur Aufführung, der in einer Transkription für Bläserquintett ein wunderbares Hörerlebnis bescherte. Hinreißend, wie die fünf Musiker sich in temporeicher Rede und Gegenrede ergingen, um dann unvermittelt dem Kontrapunkt ein vollendet klingendes Zusammenspiel gegenüberzustellen. Packend klangen die beiden Trompeten (Eckhard Vincke und Jörg Häuser), die sich in Melodie und ihrer Umkehrung ergänzten. Horn (Adrian Ebmeyer) und Posaune (Thorsten Wieking) wetteiferten derweil miteinander vor dem sonoren Tongeflecht der Tuba (Jürgen Benz). Aus der Epoche der jungfräulichen Königin Elizabeth I. gab es "Three Elisabeth Madrigals", vom Shakespeare-Freund Thomas Morley und dem königlichen Flautenisten John Dowland vertont. Mit faszinierenden Spitzentönen, Trillerketten, Tonkaskaden und Glissandopassagen entfaltete das Bläserquintett danach den schillernden Klangreichtum der "Fancies, Toyes and Dreams" von Giles Farbay (1565-1640), dem bedeutendsten Virginalkomponisten seiner Zeit. Die Gäste dankten mit viel Applaus. |
| Die Glocke zum Konzert am 21.04.02: |
| Nonett mit Durchschlagskraft |
| Jazz-Matinee in der Kreismusikschule |
Gütersloh (cok). Ein Hauch von nostalgischer
Big-Band-Atmosphäre zog am Sonntagmorgen durch die Räume der Kreismusikschule Gütersloh.
Zum Auftakt der zweiten Jazzmatinee präsentierte das Oliver-Groenewaldt-Nonett nach dem
Gitarrenintro einen fulminanten Bläser-Einsatz und beeindruckten zunächst durch eine enorme
Durchschlagskraft. Dieses hervorragende Ensemble huldigte keineswegs der guten alten Zeit, vielmehr
wurde sein Big-Band-Jazz durch einfallsreiche, durchdacht arrangierte Eigenkompositionen geschickt durch
verschiedene Stilrichtungen manövriert. Die meisten Stücke stammen aus der Feder des österreichischen
Gitarristen Primus Sitter, der das Talent besitzt, seine Kompositionen durch skurrile Titel
wie "Fantasie für eine alte Zugsäge" oder "Drei Diplomaten für HP" fest in den Hinterköpfen des
Publikums zu verankern.
Für die sauberen Arrangements zeichnet hingegen Bandleader Oliver Groenewaldt verantwortlich, der mit seinem multinationalen Nonett (die Musiker sind in Deutschland, Österreich, Kanada und England zu Hause) zweimal pro Jahr auf Tournee geht. In der Zwischenzeit spielen die durchweg hervorragenden Jazzer allesamt in eigenen, anderen Projekten und treffen sich erst kurz vor einer Tour zu Proben. Der Kontakt zur Kreismusikschule Gütersloh kam über den Saxofonlehrer Kurt Studenroth zustande: Der bläst nämlich bei Oliver Groenewaldt ins Tenor-Horn. Neun Musiker - da sind die obligatorischen Jazz-Bühnen schnell überfüllt, doch die Instrumentenvielfalt hat viele Vorteile. So fühlte sich das Güterslo-her Publikum nach aufeinanderfolgenden Bariton-Saxofon- und Trompetensoli in "Jupa" an das legendäre Gerry Mulligan Quartett erinnert, während die phänomenale Interpretation von Ornette Colemans "Lorraine" durch die großen Kontraste bestach. Einem stakkatoartigen Bläsersatz im Grundthema wurde zunächst ein klassisches, sehr virtuos gespieltes Posaunensolo, später dann ein nervöses, rasant schnelles Sopran-Saxofon-Solo im Stile Colemans gegenübergestellt. Während die Musiker allesamt auf Solopfaden schritten, hielt sich Bandleader Groenewaldt lange im Hintergrund. Erst kurz vor Schluss gab er bei "Meine Affairs" dem Flügelhorn noch einmal so richtig die Sporen. |
| NEUE WESTFÄLISCHE zum Konzert am 21.04.02: |
| Fantasie für Zugsäge |
| Jazz-Matinee mit "Oliver Groenewaldt Newnet" - VON CONSTANZE NATOSEVIC |
Gütersloh. Modern Jazz Music präsentierte das Ensemble
"Oliver Groenewaldt Newnet" in einer Matinee in der Kreismusikschule, einen Mix aus verschiedenen
traditionellen Stilrichtungen des Jazz.
Zunächst begrüßte Kurt Studenroth, Saxophonist und Klarinettist des Nonetts, das Publikum und erinnerte an das erste Konzert der im Januar ins Leben gerufenen Reihe von Jazz-Matineen in der Kreismusikschule. Damals stand Bebop auf dem Programm, und die Resonanz war so enorm, dass mit diesem zweiten Konzert eigentlich eine Fortsetzung geplant war. Doch dann war die Gelegenheit günstig für ein Gastspiel des "Oliver Groenewaldt Newnet", das gerade eine kleine Tour durch Österreich und Deutschland absolviert und dabei auch Station in Gütersloh machte. Die neun Musiker spielen vor allem eigene Kompositionen, die Titel nehmen oft Bezug auf persönliche Begebenheiten oder auf Freunde. "Drei Diplomaten für H.P." hieß der erste Titel, der mit einem einfühlsamen Gitarrensolo als Intro begann, um dann so richtig aufzudrehen. Der energiegeladene Sound und die kraftvollen, immer neu variierten Motive nahmen die Zuhörer sofort gefangen. Gitarrist Primus Sitter, der zusammen mit Oliver Groenewaldt verantwortlich zeichnete für Kompositionen und Arrangements, führte locker durch das Programm, nannte und erklärte die oft ausgefallenen Titel. "Fantasie für eine Zugsäge" etwa war seinem Vater gewidmet und war eine gefühlvolle, musikalische Erinnerung. Das Schlagzeug, nur mit Besen gespielt, und der warme Klang der Bassklarinette waren hier der samtige Tonteppich zu einer transparenten Komposition. "Loraine" war ein Titel der wie ein Mosaik, zusammengesetzt aus vielen bunten, ganz unterschiedlichen Versatzstücken daherkam - "schön, aber kompliziert", so kommentierte Oliver Groenewaldt das Stück, "so wie die Frau, nach der es wohl benannt ist." Ein markantes, straffes Unisonothema säumte ein bluesiges Posaunensolo und ebenso ein fetziges Solo für Sopransaxophon, auf ein wildes Accelerando folgte ein genauso starkes Ritardando. Eine Komposition wie ein Puzzlespiel, die ihren besonderen Reiz aus dem Nebeneinander scheinbar unvereinbarer Gegensätze zog. Die Musiker bestachen mit punktgenauem Zusammenspiel, das trotz höchster Präzision locker rüberkam. Die Soli und Improvisationen waren ideenreich und virtuos, temperamentvoll und mitreißend. Das "Newnet" begeisterte das Publikum mit stilistischer Bandbreite, fantasievollen Kompositionen, die eine durchaus eigene Handschrift verrieten, und mit ihrem Spiel, das Biss und Sensibilität zugleich bewies. |
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Foto: CONSTANZE NATOSEVIC |